
Wie alles begann:
Aus dem Leben des Admiral Wilhelm von Lans.
Die Vorfahren der Familie Lans stammen aus Zwolle und dienten auch als Offiziere in der niederländischen Marine. Vielleicht einer der Gründe, warum Wilhelm Lans, Sohn eines niederrheinischen Gutsbesitzers auf Gut Loosen in Hamminkeln, sich für eine Karriere in des Kaisers Marine entschloss.
17-jährig trat er ihr als Seekadett bei. 1898, mittlerweile zum Kapitänleutnant gekürt und in den Admiralsstab berufen, war er an der Planung der jährlichen Flottenmanöver maßgeblich beteiligt. Im Februar des Jahres 1900 übernahm Lans, nun im Range eines Korvettenkapitäns, das Kommando des brandneuen Kanonenbootes ILTIS, einem 62 m langen Schiff mit 125 Mann Besatzung. Mit Ziel Tsingtau dirigierte er sein Schiff durch ostasiatische Gewässer, um schließlich im Mai die Bucht von Kiautschou zu erreichen, dem Liegeplatz seines Geschwaders.
Kaiser Wilhelm II. hatte ein Jahr zuvor, mit der Vision einer Kolonialmacht vor Augen, diese Bucht von China für 99 Jahre gepachtet. Rein militärisch gesehen traf Kommandant Lans mit seiner ILTIS zur rechten Zeit ein. Der Boxer, ein Geheimbund, der sich gegen die Überfremdung im Reich der Mitte wehrte, erhob sich gegen Deutsche, Engländer, Franzosen und Russen. Die Ermordung des deutschen Gesandten in Peking, Freiherr von Ketteler, war für deutsche Truppen schließlich der Anlass zum Angriff.
Lans wurde mit dem Kanonenboot ILTIS auf dem Fluß Peiho beordert. Er entwickelte einen Gefechtsplan zur Niederkämpfung der Takl-Forts, der bereitwillig von den anderen europäischen Kriegsschiffen angenommen wurde.
In der Nacht des 17. Juni 1900 kam es zu einem sechsstündigen erbitterten Gefecht zwischen den Boxern und den Kolonialmächten. Unter der Regie des Korvettenkapitäns eroberte das Geschwader die Festung Taku. Auf deutscher Seite fielen nur 7 Soldaten.
Trotz erheblicher Verwundung führte Lans den europäischen Kampfauftrag bis zur Aufgabe der Chinesen durch.
Der kaiserliche Dank kam prompt in Form des Ordens "Pour le merite". Die ILTIS durfte diese Auszeichnung am Bug tragen.
Mit 54 Jahren schied Lans 1915 wegen seiner China-Verwundung aus dem Marinedienst aus, erhielt aber zuvor noch den Rang eines Admirals.
In Moers am Niederrhein gründeten 1907 ausgediente Marinesoldaten, die in asiatischen Gewässern eingesetzt waren, einen Marineverein. Sie erbaten sich Admiral von Lans als Schirmherrn und Namensgeber.
Der Admiral war bis zu seinem Tode 1947 Protektor und Ehrenmitglied dieses Vereines - Unserer Marinekameradschaft.


